Rechtsgrundlage für den kleinen Waffenschein war die damalige Änderung des Waffengesetzes  (WaffG)mit Gültigkeit per 01.04.2003 , vom 11.10.2002
(Bundesgesetzblatt – BGBl. – I Seite 3970 ff.)

Nach § 10 Abs. 4 WaffG wird die Erlaubnis zum Führen einer Waffe durch einen  Waffenschein erteilt.

Ab dem 01.04.2003 ist für das Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit dem Zulassungszeichen PTB (PTB [Physikalisch-Technische Bundesanstalt] Zeichen im Kreis, siehe Abbildung) ein sogenannter „Kleiner Waffenschein“ erforderlich.

Das Führen („Beisichtragen von Schusswaffen“) bedeutet, dass die tatsächliche                Gewalt über eine Schusswaffe außerhalb der eigenen Wohnung, der eigenen Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums ausgeübt wird.

Das gilt auch dann, wenn keine Munition in der Waffe mitgeführt wird.
Für den kleinen Waffenschein ist kein Sachkunde-, Bedürfnis- und
Haftpflichtversicherungsnachweis erforderlich.

Das bedeutet, dass der Erwerb und Besitz von Schreckschuss-, Reizstoff- und
Signalwaffen die eine PTB-Kennzeichnung besitzen, erlaubnisfrei ist. Wird eine der
genannten Waffen z.B. nur in der eigenen Wohnung aufbewahrt, ist auch weiterhin
keine Erlaubnis erforderlich.
Für das Führen der genannten Waffen, also das Beisichtragen, dagegen ist als
behördliche Erlaubnis ein sogenannter „Kleiner Waffenschein“ erforderlich.

Wer eine der genannten Waffen ohne den „Kleinen Waffenschein“ führt, kann mit
Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren bestraft werden.
Vorausetzung für die Erteilung der Erlaubnis des kleinen Waffenscheins ist die Vollendung des 18. Lebensjahres, die Zuverlässigkeit des Antragstellers, sowie eine ausreichende
körperliche und geistige Eignung zum Führen dieser Waffen.

Die Angaben zur Person werden mit evtl. Eintragungen im Bundeszentralregister, im
Erziehungsregister, bei der Staatsanwaltschaft etc. abgeglichen. Personen, die
einschlägig vorbestraft sind, haben in der Regel keine Aussicht auf Ausstellung eines
Kleinen Waffenscheins.

Die Verwaltungsgebühr für die Ausstellung des Kleinen Waffenscheins beträgt in der Regel
50,– Euro, wird ein Antrag abgelehnt, entstehen ebenfalls Verwaltungsgebühren.

Der Kleine Waffenschein berechtigt nur in Verbindung mit dem
Personalausweis zum Führen der mit dem PTB-Zeichen gekennzeichneten Waffe.

Der Kleine Waffenschein berechtigt nicht:

zum Führen von Waffen ohne PTB-Zulassungszeichen

zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen bei öffentlichen        Veranstaltungen (Versammlungen, Demonstrationen, Theater, Kino, Fussballspielen, Jahrmärkte etc.)

Es ist auch verboten:

die erlaubnisfreie Waffe Personen unter 18 Jahren zu überlassen
außerhalb von Schießstätten und außerhalb der Wohnung, der Geschäftsräume
und des befriedeten Besitztums zu schießen – außer in Fällen der Notwehr oder
des Notstandes ( §§ 32 ff. Strafgesetzbuch / StGB)